Laufende Projekte


Projekt Forum Autonomie am Lebensende

Projektleitung: Hon.-Prof. Dr. Gerhard AignerPriv. Doz.in Dr.in Maria Kletecka-PulkerUniv.-Prof. Dr. Karl Stöger

Projekt Mitarbeit: Mag.a Klara Doppler, Mag.a Sabine Parrag, Sophie Katharina Zeis, B.A. (Administration)

Unterstützende Partner: LBIDHPS, Plattform Patient:innensicherheit

Projektbeginn: März 2023

Mit 01.01.2022 ist das Sterbeverfügungsgesetz (StVfG) in Kraft getreten, welches viele Institutionen im Gesundheits- und Pflegebereich aber auch pflegende Angehörige vor große Herausforderungen stellt. Aus diesem Grund haben sich zahlreiche Expert*innen aus den unterschiedlichsten Disziplinen bereit erklärt, im Rahmen eines unabhängigen Forums zusammenzuarbeiten, um Qualitätskriterien und Standards zu erarbeiten. 

Das unabhängige Forum wird, in Kooperation mit der Plattform Patientensicherheit (www.plattformpatientensicherheit.at) vom Institut für Ethik und Recht in der Medizin der Universität Wien organisiert. Nach zahlreichen Gesprächen und intensiver Planung hat am 14.03.2023 die erste konstituierende Sitzung des Forums unter der Leitung von Univ.-Prof. Dr. Gerhard Aigner stattgefunden. 

Erste Arbeitspakete wurden besprochen und entsprechende Arbeitsgruppen eingerichtet. In der Folgesitzung am 03.10.2023 wurden die Ergebnisse der Arbeitsgruppen präsentiert und das weitere Vorgehen geplant. Die im Forum Autonomie am Lebensende behandelten und als Problemstellungen identifizierten Inhalte werden im Rahmen der Studie zur „multiperspektivischen Evaluierung des Sterbeverfügungsgesetzes“ tiefergehend beleuchtet. 

LICA: Linked Care – Durchgehende Informationsversorgung in der mobilen Pflege und Betreuung

Projektteam: Dr. Maria Kletečka-PulkerO. Univ.-Prof. Dr. DDr. h.c. Ulrich H.J. KörtnerDr. Stefan Dinges, Hon.-Prof. Dr. Gerhard Aigner

Projektbeginn: 2021

LICA bietet erstmals einen Zugang zu pflege- und betreuungsrelevanten Informationen über die Grenzen der unterschiedlichen Versorgungssettings hinausgehend und unterstützt vorrangig die Pflege- und Betreuer*innen in der Dokumentation. Die möglichen Schnittstellen zu Ärzt*innensoftware und Apotheke und in ELGA vorhandenen Dokumenten helfen, Mehrfacherfassungen zu vermeiden. Die Erarbeitung wesentlicher Standards (z.B. einer Care Summary) und die Einbeziehung aller betroffenen Zielgruppen ermöglichen es, praxisgerechte IT Tools für die standardisierte Vernetzung in der mobilen Betreuung und Pflege zu entwickeln. Künstliche Intelligenz liefert sowohl „intelligente“ Sensordaten als auch z.B. daraus erkennbare Statusinformationen die Zielgruppen, und hilft, die responsive Oberfläche des Portals zu steuern. Das Ergebnis wird ein integriertes, leistbares, einfach zu bedienendes und gut vernetztes IT-System für Pflege, Betreuung, Therapie und auch Betroffene selbst sein, das über mobile Endgeräte, PC oder Tablet bedient werden kann und in der Evaluierung klare Verbesserungen in der durchgängigen Gesundheitsversorgung erkennen lässt. 

Ethisch betrachtet zielt das Projekt auf innovative Weise auf Empowerment der Klient*innen ab, indem diese als Nutzer*innen des neu zu entwickelnden Tools in ihrer selbstbestimmten alltäglichen Lebensführung gestärkt werden. Zugleich liegt das Augenmerk auf der besonderen Vulnerabilität der Klient*innen, die schon bei der Rekrutierung von Proband*innen zu berücksichtigen ist (Schnittstelle Pflege- und Versorgungsethik und Forschungsethik). Aus ethischer Sicht muss das Ziel also eine von moralischen oder personenbezogenen Wertungen möglichst frei gehaltene Care-Summary sein, die gleichwohl z.B. auf für den/die Klient*in bestehende Mängel oder Gefahrensituationen hinweist. Dabei kommt es darauf an, das Prinzip des Nichtschadens mit dem Benefizienzprinzip in ein ausgewogenes Verhältnis zu setzen. Um den genannten ethischen Aspekten während des gesamten Projektprozesses Geltung zu verschaffen, wird mit dem diskursethischen MEESTAR-Modell gearbeitet. Vorgesehen sind nicht nur Workshops mit den beteiligten Forscher*innen, sondern auch mit den Endnutzer*innen. So können während des gesamten Prozesses konkrete ethische Probleme innerhalb der Entwicklungsphase der Software-Komponenten bis hin zur Implementierung aufgezeigt und lösungsorientiert diskutiert werden. Das MEESTAR-Modell steht auch nach einer Implementierung/Etablierung für die Bearbeitung von ethischen Konflikten (Wert- und Zielkonflikte in Behandlungs- und Versorgungsprozessen) zur Verfügung.

Multiperspektivische Evaluierung des Sterbeverfügungsgesetzes

Projektteam: Priv. Doz.in Dr.in Maria Kletecka-Pulker, Dr. Thomas Wochele-Thoma, Hon.-Prof. Dr. Gerhard Aigner, Dr. Stefan Dinges, Mag.a Klara Doppler, Tamina-Laetitia Vielgrader, MSc, Mag.a Julia Fischer, PhD, Marlene Walser, Helene Mayer, BA, Jana Hluch, BA

Projektpartner: LBIDHPS

Projektbeginn: 2023

Die Überlegungen des Gesetzgebers innerhalb der einjährigen Reparaturfrist im Rahmen des Erkenntnisses des Verfassungsgerichtshofs (VfGH), welches die Strafbarkeit der Beihilfe zum Suizid als verfassungswidrig deklarierte, mündeten in dem seit 01.01.2022 in Kraft stehenden Sterbeverfügungsgesetz (StVfG). Trotz seines mittlerweile fast zweijährigen Bestehens stellt das Gesetz alle an der Umsetzung beteiligen Personengruppen vor rechtliche, ethische und vor allem praktische Herausforderungen.

Das Ziel dieser Studie ist es, die bisher aufgetretenen Fragestellungen, die durch das In-Kraft-Treten des StVfG entstanden sind, aufzuzeigen und Lösungsperspektiven auf Basis einer erweiterten juristischen, ethischen und sozialwissenschaftlichen Analyse und Reflexion zu entwickeln.

Die Studie ist gekennzeichnet durch einen Mixed-Methods-Zugang. Neben qualitativen Interviews und Fokusgruppen ergänzt durch einen quantitativen Studienteil dienen die rechtswissenschaftliche Grundlagenforschung und ein Rechtsvergleich als der angemessene Mix an Forschungsmethoden, um dem komplexen Thema und seinen Herausforderungen gerecht zu werden. Des Weiteren wird auch die ethische Perspektive beleuchtet.

Ein positives Ethikvotum der Ethikkommission der Universität Wien liegt vor.

Erhebung zur Verfügbarkeit und Strukturen von Ethikberatung in Österreich

Projektteam: Dr. Stefan DingesHelene Mayer, BAMag.a Sabine Parrag

Projektbeginn: 2023

Es wird erhoben, welche Formen der Ethikberatung in österreichischen Gesundheitseinrichtungen vorhanden sind, welche Aufgaben sie erfüllen und welche Erfahrungen sowohl mit der Etablierung als auch mit der Durchführung bisher gemacht wurden. Mit einer solchen Bestandsaufnahme der Ethikberatung in Österreich wird aktuell der Ist-Zustand beschrieben, um in weiterer Folge gezielt vertiefende ggf. qualitative Erhebungen vorzubereiten. Aus allen Daten werden dann Empfehlungen für österreichische Standards für die Implementierung und Durchführung von Ethikberatung erarbeitet.